Ungünstige Stoffwechselprodukte von Bakterien erhöhen das Risiko zur Entwicklung von „Wohlstandskrankheiten“

Neue Erkenntnisse haben die Bedeutung neu kategorisierter mikrobiologischer Spezies aus dem Darmtrakt entdeckt, deren Metabolismus unseren Stoffwechsel ungünstig beeinflussen und die durch PCR Analyse im Stuhl nachgewiesen werden können. Da durch entsprechende diätetische Restriktionen deren Zahl und Aktivität beeinflussbar sind, ergeben sich dadurch wichtige Therapieoptionen für einige der sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Diabetes mellitus Typ II, Adipositas und Arteriosklerose.

Bilophila wadsworthia

TMA bildende Bakterien:

Diese stammen aus tierischen Lebensmitteln und können zu Gefäßverschlüssen führen.

Es gibt schlüssige Nachweise, dass die Produktion von TMA-O (eine Gruppe von Bakterien, deren Identität noch nicht geklärt ist), Trimethylamine aus Colin, Carnitin und Lezithin produzieren können, welches durch die Darmschleimhaut in den Leberkreislauf gelangt und zu TMA-O oxidiert wird. TMA-O wird von Leukozyten als Fremdkörper erkannt und phagozytiert. Das führt zur Umwandlung in Schaumzellen und kann v.a. in den Gefäßwänden Entzündungsreaktionen, Plaquebildung und Gefäßverschlüsse auslösen.

Bilophila Wardsworthia:

Diese Spezies ist bei einer hohen Populationsdichte in der Lage, im Dickdarm die Leberverfetung zu triggern; eingehüllt von Gallensäuren, von denen sie sich größtenteils ernährt. Sie finden günstig Verhältnisse vor, wenn viele gesättigte Fettsäuren mit der Nahrung aufgenommen werden. Also ergibt sich dadurch schon die entsprechende Therapieoption: die ungesunden Fette sind deutlich zu reduzieren!
Bilophila Wardsworthia ist außerdem für eine Störung der Gallensäurehomöostase verantwortlich, die ihrerseits zusätzlich die Blutzuckerregulation destabilisiert und damit zusätzlich ein weiterer Faktor für die Entstehung einer Hepatosteatose ist.

Ein zusätzlicher Faktor bei der Entstehung der Fettleber ist die Bedeutung eines Überhangs an Stoffwechselprodukten aus Enterobakterien Dies kann v.a. bei eiweißreicher Kost vorliegen und dabei übermäßig viel Skatol, Phenol und Ammoniak entstehen, die die Leberverfettung begünstigen; zusammen mit einem mehr an Endotoxinen aus der Zellwand der Enterobakterien, die von der Leber dann zusätzlich entgiftet werden müssen.

Prevotella copri:

Dieser Keim wird als wichtigster Produzent verzweigtkettiger Aminosäuren (BCAA), angesehen. Prevotella copri synthetisiert aus tierischer Nahrung BCAA. Große Mengen davon fördern die Entwicklung einer Insulinresistenz (d.h. hemmen die Glucoseaufnahme in die Zelle) und mästen zusätzlich Adipozyten.

Die Bestimmung dieser Bakterien im Stuhl lässt Darm-assoziierte Risiken erkennen. Man kann diese Untersuchungen beim Institut für Mikroökologie in Herborn in Auftrag geben und gezielte Therapieempfehlungen dazu erhalten: mikrooek.de, CardioHeparMetabolic

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