Das Herborner Therapiekonzept

So funktioniert die Mikrobiologische Therapie auch in Ihrer Praxis

Um zu veranschaulichen, wie einfach Sie mit den Modulen des Herborner Therapiekonzepts arbeiten können, zeigen wir Ihnen hier zwei idealisierte Patientenbeispiele (Siegrid Schnief & Manfred Moukosa). Darin können Sie auch erkennen, wie Sie gezielt individuell auf die Situation Ihrer Patienten eingehen können.

Beispiel 2 - Manfred Moukosa (58 Jahre)

Anamnese
Seit mehr als 10 Jahren chronische Sinusitis. Im Verlauf der letzten 5 Jahre entwickelten sich zunehmend unklare Verdauungsbeschwerden und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Zudem klagt er im Frühjahr und Sommer über typische Symptome einer Pollenallergie. Wiederholt durchgeführte IgE-Bestimmungen ergaben ein unklares Bild, was die Stärke von Birke-, Hasel- und Gräser-Pollen angeht. Er hat den Eindruck, die Symptome der Pollenallergie verstärken sich jedes Jahr.

Bisherige Behandlung
Mehrfache Antibiosen im Falle der immer wieder aufkeimenden Sinusitis-Schübe. Selbstmedikation mit Protonenpumpeninhibitoren wegen Sodbrennen und Verdauungsstörungen. Diverse Antihistaminika gegen die Pollenallergie.

Motivation und Ziele des Patienten
Hat das Gefühl, er wird immer kränker – trotz ständiger klassischer Behandlung. Die Nebenwirkungen der Antihistaminika belasten ihn zunehmend. Er sucht daher nach Alternativen, um vor allem das allergische Geschehen in den Griff zu kriegen.

Behandlungsplanung
Aus der Anamnese ergibt sich eine grundlegende Dysbalance in der immunologischen Reaktion des Patienten. Eine verminderte Schleimhautintegrität legt nahe, das Ausmaß der bakteriellen Dysbiose im Darm durch eine Stuhldiagnostik zu erfassen. Die Behandlung soll zunächst beginnen mit einer Modulabfolge entsprechend dem Schema “Überschießende Immunreaktion“. Natürlich werden noch weitere Untersuchungen (z. B. Abklärung der Nahrungsmittelintoleranzen) vorgenommen und entsprechende Ernährungsempfehlungen gegeben. Aufgrund der Komplexität des Falles konzentrieren wir uns hier allein auf die Behandlungsstrategie von Seiten der Mikrobiologischen Therapie.

Tatsächlicher Verlauf
Die Behandlung begann im Dezember mit einem Bakterienlysat (Modul 1: Bakterienlysat). Gleichzeitig wurde Mitte des Monats eine Stuhl-Untersuchung der Darm-Mikrobiota und einiger biochemischer Marker veranlasst. Dabei zeigten sich drei gravierende Abweichungen:

  • Laktobazillen (H2O2-Bildner) stark vermindert
  • Proteolyten im Dünn- und Dickdarm stark erhöht
  • Zonulin als Permeabilitätsmarker stark erhöht

Daher wurde ab Januar nicht nur, wie ursprünglich geplant, Modul 2: Lebender Enterokokkus faecalis, sondern zusätzlich ein hochdosiertes Produkt mit Laktobazillen und Bifidobakterien (Modul 4: Milchsäurebakterien) zur Verbesserung der Milieu-Bedingungen im Dünn- und Dickdarm, sowie zur Stabilisierung der Tight-Junctions hinzugenommen. Bei einem ersten Anflug von Hasel-Pollen Ende Januar reagierte der Patient mit klaren allergischen Reaktionen. Deshalb wurde zur Intensivierung der immunologischen Therapie eine Auto-Vaccine (Modul 5: Auto-Vaccine) in Auftrag gegeben. Ab März wurde die Mikrobiologische Therapie also besonders intensiv mit beiden verfügbaren Zusatzmodulen angewendet. Die Modulkombination Modul 1Module 2 wurde um einen Monat verlängert, um neben der Hinzunahme von Modul 5 keinen weiteren Medikamentenwechsel durchzuführen.

Auf den einsetzenden, stärkeren Pollenflug reagierte der Patient mit einer blanden Symptomatik (Antihistaminika wurden nur an wurden nur an wenigen Tagen eingesetzt). Dies entsprach dem häufig beschriebenen Therapieverlauf, daher wurde ab April der planmäßige Wechsel von Modul 1: Bakterienlysat auf Modul 3: Lebender Escherichia coli vollzogen. Die Auto-Vaccine-Behandlung wurde gut vertragen und nach Durchführung des vollständigen Steigerungsschemas Ende April beendet. Der Patient hatte in diesem Frühjahr nur eine leichte Erkältung. Die Verdauungsbeschwerden gingen unter der Ernährungsberatung und der Mikrobiologischen Therapie erheblich zurück. Antibiotika waren nicht notwendig, die Protonenpumpenhemmer konnte der Patient absetzen. Die allergischen Beschwerden in Hinblick auf die Pollenallergie haben sich im Vergleich zu den Vorjahren erheblich gemindert.

Die geplante zweimonatige Kombination aus Modul 1 und Modul 3 unter weitere Hinzunahme von Modul 4 diente zur Stabilisierung des Behandlungserfolges.

Weiteres Vorgehen
Der Patient muss weiter gemäß einer Nahrungsmittelunverträglichkeits-Diagnostik Karenz bei einigen Nahrungsmitteln halten. Eine im Juni durchgeführte Stuhldiagnostik der Darm-Mikrobiota und biochemischer Marker ergab nur noch leichte Abweichungen von den Normwerten – insbesondere hatte sich die Situation bei den Milchsäurebakterien und den Proteolyten normalisiert. Zonulin lag wieder im Normbereich. Um die immunologische Gesamtsituation zu stärken ist vorgesehen, zu Beginn des nächsten Frühjahres eine weitere Auto-Vaccine-Behandlung (Modul 5: Auto-Vaccine) durchzuführen.

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